Mittwoch, 28. Oktober 2015

Es ist nie nur Sex...

Einfach mal kurz ein Nümmerchen schieben...rein...raus...fertig - jeder kam auf seine Kosten. Ist es das? Nun, manche mögen das können. Ich überlege gerade, ob es in einer meiner Geschichten vorkommt, aber nein - irgend eine Beziehung haben die Protagonisten immer. Auf die ein oder andere Art sind sie sich, so es ihnen gefällt, vertraut.

Und genau das ist der Punkt. Es ist nie nur Sex - es ist immer auch eine Sache des Vertrauens. Einen Teil der Wikipedia-Definition zum Thema Vertrauen fand ich in dieser Hinsicht sehr aussagekräftig.

„Vertrauen ist der Wille, sich verletzlich zu zeigen.“
 Dieser einfache Satz umfasst mehrere Vertrauensdimensionen: 1. Vertrauen entsteht in Situationen, in denen der Vertrauende (der Vertrauensgeber) mehr verlieren als gewinnen kann – er riskiert einen Schaden bzw. eine Verletzung. 2. Vertrauen manifestiert sich in Handlungen, die die eigene Verletzlichkeit erhöhen. Man liefert sich dem Vertrauensnehmer aus und setzt zum Vertrauenssprung an. 3. Der Grund, warum man sich ausliefert, ist die positive Erwartung, dass der Vertrauensnehmer die Situation nicht zum Schaden des Vertrauensgebers verwendet.

Vertrauen ist der Wille, sich verletzlich zu zeigen.

Genau das ist es auch beim Sex. Beim Sex ist man verletzlich. Man gibt sich preis, zeigt sich nackt, gibt sich hin. Man lässt sich ganz und gar hinein fallen. Geht man dann noch in den BDSM-Bereich, so gibt der Bottom dem Top die Möglichkeit, ihn sogar körperlich zu verletzen. Hierzu ist die Wahrscheinlichkeit beim "ganz normalen Sex" geringer und dennoch - auch hier ist sie da.

Um mich fallen lassen zu können, mich einem Menschen hinzugeben, muss ich vertrauen. Hierzu ist mehr nötig, als schlichte Sympathie. Ich dachte mal, okay, mit diesem und jenem Menschen kann ich gut quatschen, also geht alles andere auch. Doch nein... dem ist so nicht. Das Vertrauen muss da sein, und welcher Part des Körpers nun beschließt, das es bei manchen Menschen da ist und bei anderen wieder nicht, wenn es nicht vorhanden ist, dann funktioniert auch kein befriedigender, glücklich machender Sex.

Daher...es ist nie nur Sex...

Eure Aimee Delacroix


Samstag, 24. Oktober 2015

Zwei Arten des Einverständnisses


Leise war es...still...im Alltag versunken...frei von Kreativität. Ganz frei? Nein, ein wenig konnte ich mir erhalten, ausbauen. Ein Kampf? Nicht wirklich ein Kampf, doch das Schreiben war nicht so einfach, wie sonst. Es ging mir lange nicht so leicht von der Hand, wie ich das von mir kenne.

Entstanden sind zwei Geschichten basierend auf dem Thema eines Bookrix-Erotikschreibwettbewerbes. Das Thema lautete: Consent. Das Einverständnis also. Meine erste Idee entstand, wuchs, nahm Hand und Fuß an und gleichsam die Erkenntnis, dass mir zum einen die Zeit fehle, diese Geschichte fristgerecht einzureichen und sie zum anderen für einen Bx-Wettbewerb zu hart sein könne. Den schmalen Grat der Grenze zur unerwünschten Pornographie in diesen Wettbewerben nicht zu überschreiten bete ich doch jedes Mal - betete, aus diversen Gründen war dies mein letzter Wettbewerb dort.

So reichte ich "Consenso Quieto" ein - das stille Einverständnis. 


Es sollte nie geschehen, immer nur Phantasie bleiben, doch als Aimee und Matt sich Auge in Auge gegenüberstehen, sind alle Vorhaben und Pläne nur Schall und Rauch und die Nacht beginnt in stillem Einverständnis...

Ein Einverständnis voller Zärtlichkeit und Leidenschaft - ein intensiver Consent.

Parallel und sehr langsam wuchs der wahre Consent. Die ursprüngliche Idee des Ausgeliefertseins. 



"Das konnte nicht sein! " 

Das ist der Gedanke, der sich in Minas Kopf gleich einem Echo immer und immer wiederholt. Um einen Auftrag fristgerecht ausführen zu können, schließt die junge Chefin einer Baufirma mit ihrem Polier einen Pakt, der sie zwingt, sich ihm ganz und gar auszuliefern. Ein Wochenende soll sie auf ihren eigenen Willen verzichten.

Doch das von ihm gewünschte Wochenende entwickelt sich anders, als geplant.


Was besser ankommt? Ich kann es nicht sagen. Beides reizt auf seine Weise. Beides schafft es, Lust zu wecken, wenngleich ich für den Consent bereits die Kritik bekam, einmal wieder frauenfeindlich zu sein. Ich bin es nicht, wirklich. Ich bin doch schließlich selbst Frau und habe eigentlich auch ein gesundes Selbstbewusstsein - auch beim Sex. Auch die Unterwerfung macht halt durchaus Spaß.

Genießt die Geschichten. 

Eure Aimee